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Mehr Züge und mit Internet

24.11.2017

Das Bahnangebot soll ab Ende 2022 deutlich wachsen und komfortabler werden
»Mehr Angebote, mehr Leistungen im größten Vergabenetz Deutschlands«, freut sich Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) anlässlich der frisch veröffentlichten Ausschreibung des Regionalbahnnetzes Elbe-Spree. Mit 28 Millionen Zugkilometern pro Jahr ist das Netz aus 17 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien sowie dem Flughafenexpress zum BER ein dicker Brocken, der in insgesamt vier Lose aufgeteilt wird. Wie bei der ersten Ausschreibung des damals Netz Stadtbahn genannten Pakets sorgt eine Loslimitierung dafür, dass auch künftig mindestens zwei Betreiber den Verkehr übernehmen werden.

Allein auf der Paradelinie RE1 von Frankfurt (Oder) über Berlin nach Magdeburg sollen die Züge jährlich 6,3 Millionen Kilometer fahren. Zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel sollen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 künftig zur Hauptverkehrszeit drei Verbindungen pro Stunde angeboten werden - die Hälfte mehr als bisher. Mit dann zwei Zügen stündlich verdoppelt werden soll das Angebot auf dem RE2 zwischen Lübbenau und Berlin. Nach Cottbus bleibt es wegen der Eingleisigkeit ab Lübbenau vorerst beim Stundentakt. Dafür soll die Kapazität pro Zug von derzeit 428 Sitzplätzen auf 550 gesteigert werden. Künftig soll der RE2 im Nordwesten bereits in Nauen enden, um die Fahrplanstabilität der Linie zu erhöhen. Auch beim RE7 sollen künftig zwei Züge stündlich zwischen Berlin und Bad Belzig fahren.

Von Wismar über Wittenberge nach Berlin wird eine neue Linie RE8 eingeführt - damit wird es zwischen Nauen und Berlin künftig vier Regionalverbindungen stündlich geben, eine mehr als bisher. Im Süden übernimmt der RE8 die Strecke des RE5 nach Elsterwerda mit einer Neuerung: alle zwei Stunden wird stattdessen nach Finsterwalde abgebogen. Die Sängerstadt erhält damit nach vielen Jahren wieder eine umsteigefreie Verbindung nach Berlin.

Im Dezember 2025 sind weitere Verbesserungen vorgesehen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) rechnet dann mit der Fertigstellung der Dresdner Bahn zwischen Blankenfelde und Südkreuz. Die bis dahin geteilten Führungen des RE8 sowie die Regionalbahnen RB24 und RB32 werden schließlich verbunden, der Flughafenexpress wird auf direktem Weg zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem BER verkehren. Auch das zweite Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau soll dann wieder liegen. Eine neue Linie RE20 soll zusätzlich zum RE2 Cottbus und Berlin stündlich verbinden - mit nur wenigen Halten.

»Wir werden hoffentlich bald einen Schub bei der Infrastruktur bekommen«, blickt Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband IGEB nach vorn. Er zählt unter anderem auf den Wiederaufbau der Stammbahn, die eine zweite Strecke auf der stark nachgefragten Verbindung zwischen Berlin und Potsdam über Berlin-Zehlendorf darstellen würde.

»Es wird mit hoher Flexibilität möglich sein, auch während der Vertragslaufzeit Angebotserweiterungen zu bestellen«, sagt VBB-Sprecherin Elke Krokowski auf nd-Anfrage. Eine langjährige Forderung von Fahrgastverbänden wird damit erfüllt. Es liefen laut Krokowski bereits jetzt Gespräche mit Eisenbahnunternehmen, um noch vor Dezember 2022 dringend nötige Kapazitätserweiterungen beim Regionalverkehr zu ermöglichen. Doch es mangelt momentan an Zügen, Personal und Streckenkapazitäten.

Auch die Innovation kommt nicht zu kurz. Kostenloser drahtloser Internetzugang etwa. Auf den Linien RB33, RB37 und RB51 löst E-Mobilität Dieseltriebzüge ab. Auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung soll der Fahrstrom aus der Batterie kommen.

Bereits zum kommenden Fahrplanwechsel am 10. Dezember werden sich mit der Eröffnung des Regionalexpressbahnhofs Berlin-Ostkreuz mit RE1, RE2 und RE7 die Verbindungen in die Hauptstadt für viele Pendler deutlich verbessern. Ab Dezember 2022 gilt dann der neue Verkehrsvertrag. Er hat eine Laufzeit von zwölf Jahren.

Autor/Agentur: Nicolas Šustr
Quelle: Neues Deutschland
Medium: Tageszeitung
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